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Was ist das - Galvanotechnik ? |
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Hohe Anforderungen an Oberflächen. Ursprünglich verstand man unter Galvanotechnik allein die Abscheidung von Metallen aus wässrigen Lösungen mit Gleichstrom (elektrolytische Metallabscheidung). Heute umfasst die Galvanotechnik alle galvanischen und chemischen Verfahren, die dazu dienen, Leiter (Metalle) und Nichtleiter (Keramik, Kunststoffe) mit Metallen und/oder anorganischen bzw. organischen Überzügen zu beschichten, einschließlich der zugehörigen Prozesse für die Vor- und Nachbehandlung (Reinigen, Passivieren). An Maschinenelemente und die Gegenstände unseres täglichen Lebens stellen wir immer höhere Anforderungen. Sie sollen angenehm in Form und Gebrauch sein und möglichst lange verwendungsfähig bleiben. Ihre Oberflächen müssen äußeren Einflüssen wie Verschleiß und Korrosion widerstehen.
Wirtschaftliche Oberflächen - Veredelung von Massenwerkstoffen. Produkte aus preiswerten Massenwerkstoffen werden diesen Anforderungen meist nur gerecht, wenn ihre Oberfläche beschichtet wird. Die wirtschaftliche Veredelung von Oberflächen - das ist Galvanotechnik. Mit ihren Anlagen und Verfahren werden Metall- oder Kunststoffteile der unterschiedlichsten Art und Form galvanisiert, d.h. mit Hilfe des elektrischen Gleichstromes metallisch überzogen. Bei der Abscheidung von Metallen mit Gleichstrom taucht das zu beschichtende Werkstück in eine wässrige Lösung, die das entsprechende Metallsalz enthält. Das Werkstück wird mit dem Minuspol einer Stromquelle verbunden (Kathode). Um die auf der Kathode abgeschiedenen Metallionen wieder der Lösung zuzuführen, verwendet man als Gegenelektrode das gleiche Metall, wie es in der Lösung als Salz enthalten ist. Die Gegenelektrode (Anode) wird mit dem positiven Pol der Stromquelle verbunden. Demnach wird also das Metall an der Anode aufgelöst und über die wässrige Lösung auf der Kathode abgeschieden. Metalle lassen sich aber auch ohne Gleichstrom abscheiden, indem man der wässrigen Metallsalzlösung spezielle chemische Substanzen, wie Komplexbildner, Stabilisatoren und Reduktionsmittel zugibt. Taucht man ein Werkstück in diese Lösung, so scheidet sich das Metall nur auf diesem Teil ab. Die nach beiden Verfahren abgeschiedenen Metallüberzüge sind sehr dünn. Die Meßgröße ist µm (1µm = 1/1000 mm). Die Schichtdicken bewegen sich in der Größenordnung kleiner als 1 µm bis mehrere 100 µm. Den Namen verdankt unsere Branche dem italienischen Naturforscher Luigi Galvani (09.09.1737-04.12.1798). Er entdeckte den elektrischen Gleichstrom, der ihm zu Ehren auch galvanischer Strom genannt wird.
Galvanotechnik und Ökologie Galvanotechnik erhöht die Gebrauchsdauer. Galvanisieren erhöht die Gebrauchsdauer von Gegenständen, Geräten und Anlagen beträchtlich. Dies vermindert den Anfall von Schrott, den Bedarf an Rohstoffen und an Energie zur Herstellung von Ersatzprodukten. Galvanotechnik schont die Rohstoffquellen auch durch sparsame Verwendung wertvoller Schichtmetalle. Können Sie sich vorstellen, dass nur ein Kilogramm Zink etwa 500 Kilogramm Schrauben vor Korrosion schützen kann? Hätten Sie z.B. gedacht, dass in einem serienmäßigen Pkw etwa 3.000 galvanisierte Einzelteile eingebaut sind?
Wirtschaftszweig Galvanotechnik - Klein, aber entscheidend
Obwohl der Wertanteil galvanischer Schichten am Produkt nur ca. 5 bis 15% beträgt, spielen sie in vielen Industriebranchen eine zentrale Rolle bei innovativen Konzepten. In der Qualität dieser mitunter nur wenige Mikrometer dünnen Schichten liegt ein ganz entscheidender Teil der Wertschöpfung am Produkt.
Verhindern von Korrosion und Verschleiß. Durch galvanotechnische Oberflächenbeschichtungen werden allein in der Bundesrepublik Deutschland jährlich Korrosions- und Verschleißschäden von über 150 Milliarden Euro verhindert.
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